URLAUBS- UND VERHINDERUNGSPFLEGE

Was ist Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflege ist Ihre Vertretung in der Pflege Ihres Angehörigen, falls Sie im Erholungsurlaub oder wegen Krankheit nicht verfügbar sind.

Bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen können Sie stunden oder tageweise Verhinderungspflege beantragen.


Pro Kalenderjahr bekommen Sie die nachgewiesenen Kosten für bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege von der Pflegekasse erstattet.





Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflege?

Jede private Pflegeperson eines Pflegebedürftigen hat Anspruch auf Vertretung durch Verhinderungspflege.

Voraussetzung: Ihr Angehöriger ist mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft.

Zudem müssen Sie Ihren Angehörigen mindesten sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt haben.


Wird das Pflegegeld während der Verhinderungspflege weitergezahlt?

Ja. Sie erhalten bei der Verhinderungspflege weiterhin die Hälfte des bisher bezogenen anteiligen Pflegegeldes.

Für den ersten und letzten Tag der Verhinderungspflege haben Sie Anspruch auf den vollen Betrag des Pflegegeldes, in der Zeit dazwischen stehen Ihnen 50 Prozent der Pflegegeldleistung zu.

Die Pflegeversicherung zahlt in der Vetretungszeit auch Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge weiter.

Wenn Sie weniger als acht Stunden am Tag verhindert sind, zahlt Ihnen die Pflegeversicherung das Pflegegeld in voller Höhe weiter.




Wer kann die Ersatzpflege übernehmen?

Sie können sich durch Nachbarn, Bekannte, Verwandte oder ambulante Pflegedienste vertreten lassen. Auch eine 24 Stunden Pflegekraft kann die Verhinderungspflege übernehmen.

Beachten Sie, dass private Vertretungen die Pflege nicht erwerbsmäßig übernehmen dürfen.

Erwerbsmäßigkeit liegt vor, wenn die Verhinderungspflege länger als sechs Wochen dauert und die Ersatzpflegeperson im letzten Jahr bereits einen anderen Pflegebedürftigen länger als eine Woche versorgt hat.

Die Pflegeversicherung übernimmt für Sie jährlich Kosten von bis zu 1.612 Euro für die Verhinderungspflege.

Zusätzlich dürfen Sie 50 Prozent des Kurzzeitpflegebetrags für Ihre Verhinderungspflege nutzen. So können Sie den Leistungsbetrag auf bis zu 2.418 Euro aufstocken


Vertritt Sie ein ambulanter Pflegedienst, rechnet dieser direkt mit der Pflegekasse ab und Sie müssen nicht in Vorleistung treten.





Was ist der Unterschied zwischen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege?

Die Verhinderungspflege findet bei Ihrem Angehörigen zu Hause statt, kann bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden und wird von Privatpersonen oder ambulanten Pflegediensten übernommen.


Bei einer Kurzzeitpflege haben Sie Anspruch auf bis zu acht Wochen Unter­stützung. Wird Ihr Angehöriger in einer stationären Pflege­ein­richtung be­treut kümmern sich Pflegefachkräfte um Ihren Angehörigen.


Wie viel Geld steht für die Verhinderungspflege bereit?

Jedes Jahr stehen Ihnen bis zu 1.612 Euro für maximal sechs Wochen Verhinderungspflege zu, sofern Ihr Angehöriger mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft ist und Sie ihn bereits sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt haben.


Sie haben auch die Möglichkeit, 50 Prozent des Kurzzeitpflegebetrags für die Verhinderungspflege zu nutzen. Damit stehen Ihnen bis zu 2.418 Euro im Kalenderjahr für die Verhinderungspflege zur Verfügung.




Wo beantrage ich Verhinderungspflege?

Den Antrag auf Verhinderungspflege stellen Sie bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen. Idealerweise stellen Sie den Antrag vorab, im Notfall können Sie auch rückwirkend Verhinderungspflege beantragen.


Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger selbst oder eine bevollmächtige Person den Antrag stellen muss.


Was muss ich bei Verhinderungspflege beachten?

Sie haben erst Anspruch auf bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege, wenn Ihr Angehöriger mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft ist.


Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihren Angehörigen mindestens sechs Monate zuvor in häuslicher Umgebung gepflegt haben müssen.


Sie können den Leistungsbetrag der Verhinderungspflege mit dem der Kurzzeitpflege kombinieren. So erhalten Sie jährlich Zuschüsse in Höhe von bis zu 2.418 Euro.




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